Strohgau1995
Zurück

Landschaftszerschneidung

Einige Gedanken zum Heisenbergschnitt und zum Tensorierungsproblem der Quantenmechanik

Diplomarbeit in Theoretischer Physik, ausgeführt im Sommer 1992 bei Herrn Prof. Hans Primas am Laboratorium für Physikalische Chemie der ETH Zürich

von Jochen Jaeger

Kurzfassung

Da der Heisenbergschnitt zwischen einem zu beobachtenden System und den Meßapparaten bis zu einem gewissen Grade willkürlich ist, gilt es Kriterien für die Wahl dieses Schnittes anzugeben. Diese Wahlfreiheit wird im Rahmen des allgemeineren Tensorierungsproblems der Quantenmechanik diskutiert. Weil die meisten physikalischen Teilsysteme wegen der auftretenden Einstein-Podolsky-Rosen-Korrelationen keine individuelle Existenz besitzen, ist die nackte Tensorierung fast nie eine gute Wahl. Erst nach einer geeigneten Dressing-Transformation erhält das zu beobachtende System Objektcharakter.

Nach einer Einführung in den Formalismus des Weylkalküls und der zustandserzeugenden Funktionen wird ein Beispiel für ein exaktes Quantenobjekt vorgestellt, das mit seiner Umgebung in Wechselwirkung steht. Dabei bilden die kohärenten Produktzustände eine Familie klassischer Quantenzustände. Dressing-Transformationen werden anhand von Beispielen diskutiert. Es wird gezeigt, daß die von P.D. Drummond vorgeschlagene Dressing-Transformation für einen Photodetektor (Phys. Rev. A 35 (1987): 4253-4262) nicht das Gewünschte zu leisten vermag, und ein Korrekturvorschlag vorgebracht.