Strohgau1995
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Landschaftszerschneidung

SYNOIKOS – Fragen, Ziele, Methoden

Eine Einführung zum Gesamtprojekt

von Peter Baccini und Franz Oswald

Die siedlungsgeographischen Analysen der letzten Jahrzehnte und die Prognosen für die nächsten Dekaden weisen weltweit auf eine Verschiebung der Wohnbevölkerung vom ruralen in den urbanen Raum. Das Schweizer Mittelland gehört zu jenen Regionen, die in den letzten 50 Jahren durch ein exponentielles Wachstum zu einer einzigen grossen Stadt zusammengewachsen sind.

Diese neuen «urbanen Systeme» mit mehreren Millionen Einwohnern erfüllen nach heutiger Sichtweise die Kriterien für eine nachhaltige Entwicklung nicht. Einerseits ist ihr Ressourcenverbrauch zu hoch, andererseits ist die Qualität ihrer urbanen Gestalt ungenügend. Das hier vorgestellte Projekt SYNOIKOS geht von folgender Hypothese aus:

Der Weg zu einer «nachhaltigen Lebensform menschlicher Gesellschaften» führt in den nächsten Jahrzehnten über den Umbau bestehender urbaner Systeme.

Folgende drei Hauptfragen werden in diesem Projekt angegangen:

    1. Wie kann ein urbanes System wie das Schweizer Mittelland seine kulturlandschaftlichen Lebensqualitäten dauerhaft steigern und prägnant formen (Qualitätsziel: «urbane Gestaltung»)?

    2. Wie können solche Regionen ihre Ressourcen nutzen, dass künftige Generationen mindestens gleichwertige Voraussetzungen wie heute zur Entwicklung ihres Lebensraumes haben (Qualitätsziel: «Nachhaltigkeit»)?

    3. Welche Szenarien lassen sich entwerfen, um innert zwei Generationen die morphologischen und physiologischen Strukturen so zu verändren, dass die obgenannten zwei Qualitäten erreicht werden (Prozess «Umbauen»)?

Wichtigstes Projektziel ist die Entwicklung einer transdisziplinären Methode, um die obgenannten drei Fragen beantworten zu können. Als konkretes Studienobjekt wird die Region «Kreuzung Schweizer Mittelland» ausgewählt.

Literaturangabe:

BACCINI, P., and F. OSWALD (Hrsg.) 1998: Netzstadt. Transdisziplinäre Methoden zum Umbau urbaner Systeme. Vdf Hochschulverlag an der ETH Zürich, Zürich, 252 S. (S. 15).